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IOC mahnt China zu Einhaltung zugesagter Pressefreiheit PDF Drucken E-Mail

Peking (AP) Einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) die chinesische Regierung zur Einhaltung jahrealter Versprechen aufgefordert. Die Vorbereitungsphase sei vorbei, und China müsse nun seine Zusagen umsetzen, sagte IOC-Funktionär Hein Verbruggen bei der Eröffnung des Pressezentrums und eines internationalen Fernsehsendezentrums am Dienstag. Peking hatte bei der Vergabe der Spiele 2001 eine freie Berichterstattung für ausländische Journalisten zugesagt.

Zu den Olympischen Spielen werden bis zu 30.000 Journalisten in China erwartet. Jedoch gibt es immer noch Streit über Einzelheiten der freien Berichterstattung. Fernsehsender und das IOC streiten mit den Behörden über das Recht, sich überall in Peking mit Übertragungswagen frei zu bewegen.

«Ich denke, dass die freie Berichterstattung für jeden ein Problem sein wird», sagte der ZDF-Korrespondent in Peking, Johannes Hano, der in der vergangenen Woche bei einem Live-Interview an der Chinesischen Mauer von Polizisten unterbrochen wurde. «Die versprochene Pressefreiheit gibt es nicht. Selbst bei einer Genehmigung müsse man damit rechnen, von Polizisten aufgehalten zu werden, sagte Hano.

Neben der Pressefreiheit gibt vor allem die Luftverschmutzung in Peking Anlass zur Sorge. Am Dienstag betrug die Sichtweite bei der Eröffnung des Pressezentrums in der Hauptstadt nur wenige hundert Meter. Das Amt für Umweltschutz, das von rund 260 Tagen mit blauem Himmel pro Jahr gesprochen hat, nannte die Luftqualität «angemessen». Sie soll während der Olympischen Spiele mit drastischen Einschränkungen im Straßenverkehr und der vorübergehenden Schließung zahlreicher Fabriken verbessert werden.

Die insgesamt 31 Wettkampfstätten wurden bereits vor Monaten fertiggestellt, die Arbeiten an zwei neuen U-Bahn-Linien und einer Eisenbahnverbindung sollen in den nächsten Wochen abgeschlossen werden. Peking fühle sich bereit für Olympia, sagte IOC-Vertreter Verbruggen. Die größte Gefahr für die Spiele sind nach chinesischen Angaben mögliche Terroranschläge. Etwa 100.000 Polizisten sollen daher im Einsatz sein. Menschenrechtsgruppen fürchten, dass dieses Aufgebot gegen Kritiker im eigenen Land gerichtet ist.
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