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Peking, 6. August 2008 Genau zwei Tage vor der Eröffnung der XXIX. Olympischen Sommerspiele wurde in Peking die Erstausstrahlung und offizielle Lancierung des Dokumentarfilmes „Leaving Fear Behind: Tibetans speak on Tibet, China and the Olympics“ (Dt: „Die Angst überwinden: Tibeter sprechen über Tibet, China und die Olympischen Spiele“) von Chinesischen Behörden gestoppt und zwangsweise stillgelegt.
Der Film hätte Journalisten im Pekinger Hotel G. offiziell vorgeführt werden sollen. Mehr als 40 Journalisten waren für die Premiere geladen. Laut dem Hotel-Manager übten jedoch in zivil gekleidete, chinesische Agenten des Büros für Sicherheit Druck aus und forderten ihn auf, die Filmvorführung zu stoppen. Bereits anwesenden Journalisten wurde der Zutritt zum Vorführungsraum verwehrt und sie wurden des Gebäudes verwiesen. Eine Handvoll Journalisten schafften es dennoch, in den Raum zu gelangen und so einen Teil der Einführung des Filmes zu sehen, bevor die Vorführung gestoppt wurde. Die Einführung des Filmes wurde in Form eines im Vorfeld aufgenommenen Statements von Dechen Pemba, in welchem sie über den Hintergrund des Filmes aufklärt, vollführt. Der heimlich produzierte, 25 Minuten lange Film fängt die Meinungen von Tibetern innerhalb Tibets zur chinesischen Herrschaft, der Bedeutung und Symbolik der Olympischen Spiele und der Rückkehr des Dalai Lama ein. „Die Reaktion des chinesischen Sicherheitsdienstes zeigt, wie selbst eine Filmvorführung, aufgrund der Sicherheitsparanoia im Umfeld der Olympischen Spiele und im Speziellen der Tibetproblematik, unmöglich ist“, so Dechen Pemba aus London, eine Sprecherin der Gruppe, welche sich für den Film verantwortlich zeigt. „ Es ist bedauerlich, dass nur wenige Tage vor der grössten Selbstdarstellung Chinas die Tibeter ungehört bleiben“. Eine Vorpremiere des Filmes für eine kleine Anzahl von ausländischen Journalisten fand nur wenige Stunden vor der eigentlichen Premiere statt. Momentan können Informationen über den Film auf www.leavingfearbehind.com bezogen werden. Falls es sich als unmöglich herausstellen sollte, eine weitere Vorführung in den nächsten Tagen innerhalb von Peking zu organisieren, wird der Film der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. „Die Idee unseres Filmes ist nicht berühmt zu werden oder zu unterhalten. Aber in Zeiten großer Herausforderungen und aus einem Gefühl der Hilflosigkeit heraus ist es unsere Aufgabe, einen derartigen Film zu zeigen, um damit etwas zu erreichen und Antworten und Resultate zu erzielen“, so eine im Film geäusserte Aussage des Filmemachers Dhondup Wangchen. |