| Sehr geehrter Herr Couchepin Die Olympischen Spiele stehen vor der Tür und viele SchweizerInnen freuen sich auf diesen Anlass. Jedoch darf man bei aller Euphorie dieAugen nicht vor den Schattenseiten des Gastgeberlandes verschließen. Die chinesischeRegierung tritt die Menschenrechte in Tibet seit über fünf Jahrzehntenmit Füssen. Am 13. Juli 2001 wurde Peking vom IOC zum Ausrichter der Olympischen Spiele 2008 gewählt. Es wurden mehrere Versprechen gemacht, die sich auch auf Anstrengungen in Menschenrechtsfragen bezogen. Eines der vielen gebrochenen Versprechen ist die Nicht-Einhaltung der Medienfreiheit. Eine Verbesserung dieses Zustandes ist auch nach den weltweiten Protesten auf die blutigen Niederschlagungen der Aufstände im März 2008 nicht in Sicht.Seit dem 10. März 2008, dem 49. Jahrestag des tibetischen Volksaufstandes, finden in ganz Tibet Unruhen statt. Die friedlichen Proteste und Kundgebungen werden mit brutalster Härte und Rücksichtslosigkeit von den chinesischen Behörden niedergeschlagen. Grosse Solidaritätsbekundungen zum tibetischen Volk fanden weltweit statt. Auch in der Schweiz. 60'000 Schweizerinnen und Schweizer schauen nicht weg und haben deshalb die Petition unterschrieben, welche den Bundesrat auffordert, die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele nicht zu besuchen und so ein Zeichen zu setzen. Die Schweizerisch-Tibetische Freundschaft hat eine lange Tradition. Nirgendwo in Europa leben mehr Tibeter als in der Schweiz. Ich bitteSie, stellvertretend für die Schweizer Regierung ein Zeichen zu setzen und zu zeigen, dass die Schweiz die Menschenrechtsverletzungen in Tibet nicht toleriert.Wer wegschaut, verurteilt das tibetische Volk zum Aussterben. Nehmen Sie als unser Bundesrat Ihre Verantwortung wahr, kuschen Sie nicht und signalisieren Sie der Chinesischen Regierung mit Ihrem Fernbleiben an der Eröffnungszeremonie der Olympischen Eröffnungszeremonie ihre Empörung über die Situation in Tibet.
Mit besten Empfehlungen, |